Scarygirl (Xbox Live Arcade) im Test

Bisher konnte man Scarygirl, ein auf der berühmten Grafik Novelle von Nathan Jurevicius basierendes Actionspiel, schon als flashbasiertes Browsergame spielen. Letzte Woche erschien SCARYGIRL nun auch in Europa im Xbox Marketplace. Wir haben den Xbox Live Arcade Titel für Euch genauer unter die Lupe genommen.

Der Trailer zum Launch gefiel mir von Anfang an und weckte meine Neugier auf das Spiel. Ich mag diesen Artstyle, die etwas schrägen, exzentrischen Figuren, die mich direkt an einen Tim Burton Film erinnerten. Irgendwie kam mir auch Christina Ricci in den Sinn, keine Ahnung warum. Vielleicht hatte sie für die Hauptakteurin Pate gestanden? 😉

Die Story von Scarygirl ist eine Geschichte voller Mißverständnisse. Ach nein, es ist die Geschichte eines kleinen Mädchens. Das Püppchen (es ist wirklich eins) erinnert mich – ausser an Christina – mit Ihrer Augenklappe und dem Tentakelarm an eine Art Vodoo-Puppe für Punker-Kinder. Sie wurde allein gelassen und kommt auf einer einsamen Insel an, wo sie den Mann sucht, der sie in ihren Träumen verfolgt. Sie wurde aufgezogen von Blister, einem Octopus, und von einem Kung-Fu Hasen erzogen. Sie lebt jetzt in einem Baumhaus. Aaaahja. </Loriot>

Die stimmungsvolle Story wird in English erzählt (mit deutschen Untertiteln). Wie in Castlevania – Lords of Shadow ist es eine sehr ruhige, gediegene und übertrieben british akzentuierte Stimme, die unheimlich zur Stimmung des Spiels beiträgt. Das Artwork des Spiels passt sich der schrägen Story an und es gibt allerhand verrücktes, das unsere kleine Heldin auf dem Weg durch die 7 Haupt-Kapitel erlebt. Damit sind eigentlich schon alle Besonderheiten erzählt, denn neben dem stimmigen und schrägen Setting des Abenteuers verbirgt sich hinter Scarygirl ein solider 3D-Plattformer (nennt man das so?). Mit Hilfe von allerlei Beiwerk und Tastenkombos bekämpft man auftauchende Banditen, Spinnen und grusliges Getier. Man kann hierbei Punkte kassieren (für die OCDs unter uns: es gibt es für das Aufsammeln aller Goodies auch Achievements), die man bei einem Waldbewohner im Laden in Upgrades und neues Handwerkszeug umtauschen kann.

Dieser Verkäufer erinnerte mich übrigens an den Gärtner bei Viva Pinata mit seinem Bauchladen. Die Level werden nicht langweilig, die Settings sind sehr abwechslungsreich gehalten. Glaubt man gerade, alles gesehen zu haben, kommt die nächste Überaschung um die Ecke. Es gab leider auch Momente im Spiel, in denen ich am liebsten in den Controller gebissen hätte, selbigen an die Wand werfen wollte oder das zu tun vorhatte, was man im englischen Sprachraum einen “Rage quit” nennt.  Das Spiel ist an vielen Stellen simpel und einfach, aber durch manche Abschnitte kommt man nur, wenn das Timing stimmt. Kommen dann noch etwas unglücklich gesetzte Checkpoints hinzu, lege ich mir gerne mein Beissholz zur Seite.

Dies soll aber den Spielspaß nicht schmälern und für einen XBLA-Titel ist Scarygirl ein gelungenes und erfrischendes Spektakel für jung und alt. Okay, das klang jetzt ziemlich nach Marketing-Gesülze. Im Ernst, für einen Downloadtitel finde ich Scarygirl sehr gelungen. Auch das Preisniveau ist absolut stimming. Das Spiel kostet derzeit 800 MSP im Marketplace und ich denke, die bereit gestellte Demo solltet Ihr Euch auf jeden Fall antun.

Trailer:

Links:
Scarygirl auf dem Xbox Live Marketplace

Dieser Test wurde durch ein von Square Enix zur Verfügung gestelltes Testmuster ermöglicht, für welches wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken möchte.

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