NeverDead (PS3) im Test

Laurenz hat für Euch sprichwörtlich Kopf und Kragen seines digitalen Alter Egos riskiert, um das schon seit mehreren Jahren angekündigte und seit dem 2. Februar erhältliche “NeverDead” aus dem Hause Konami auf Herz und Nieren zu prüfen. Nachdem die frühe, spielbare Demo auf der Gamescom im Jahr 2010 bereits mein Interesse an diesem Spiel geweckt hat, stieg meine Vorfreude auf diesen Action-Titel proportional mit jedem veröffentlichten Teaser-Schnippsel. Ob sich die lange Wartezeit gelohnt hat, erfahrt Ihr in unserem Test.

Der unsterbliche Bryce Boltzmann verbringt seine Zeit mit nichts anderem als der Jagd nach Dämonen, er wurde vor über 500 Jahren durch den Dämonenkönig Astraroth verflucht und bekämpft nun also die Dämonen, die die Erde als ihre neue Wunschheimat beherrschen möchten. Gemeinsam mit der blonden, gut aussehenden Agentin Arcadia bekämpft Bryce die großen Truppen von Dämonen und versucht so Rache an Astraroth für seine damalige große Liebe auszuüben.

Innerhalb der sehr passenden und abwechslungsreichen Umgebung wie z.B. dem Museum, den Parkanlagen oder den Kellergewölben kann Bryce aufgrund seiner Unsterblichkeit nicht zu Tode kommen, dennoch gibt es auch in diesem Spiel ein endgültiges “Game Over“, das durch das zu Tode kommen der Agentin, oder z.B. durch die Erbeutung des Kopfes von Bryce durch den Dämonen Grandbaby eingeleitet wird. Das Grandbaby kann den Kopf jedoch nur dann erbeuten, wenn Bryce vorher alle seine anderen Körperteile verloren hat und nur noch in Form seines Kopfs durch die Gegend rollt. Damit der Kopf nicht für alle Zeiten im Magen des Grandbabys verweilt, hat der Spieler noch die Kontrolle über den Kopf. Mit diesem muss er so manche Aufgaben im Verlauf des Spieles erledigen. So muss Bryce stellenweise seinen Kopf selber entfernen, um ihn dann durch enge Kanalisationsschächte zu rollen, aber auch alle anderen Extremitäten wie Arme, Beine oder Oberkörper können wieder aufgesammelt werden – wobei mich das Einsammeln stark an “Katamari Damacy” erinnerte. Falls einmal nicht mehr alle Teile gefunden werden können, hat der Spieler nach geringer Zeit auch die Möglichkeit Bryce komplett neu zu erschaffen. Wenn es aber doch mal passieren sollte, dass der „Game Over“ eintritt, so startet der Spieler einfach am letzten Checkpoint neu und kann die Mission von vorne beginnen.

Das Hauptbetätigungsfeld von Bryce liegt jedoch im Kampf. Zu den Anfangswaffen, zwei Pistolen und der großen, langen Klinge, gesellen sich dank der eingesammelten Erfahrungspunkte im späteren Verlauf des Spiel diverse Verbesserungen und gänzlich neue, erwerbbare Waffen, mit denen die Dämonen stil- und effektvoll erledigt werden dürfen. Zwar sterben die Dämonen meist nach nur wenigen Treffern, doch gelten ihre Angriffe als erstes immer den Armen, um Bryce so effektiv wie möglich zu schwächen. So verbringt man immer wieder relativ viel Zeit mit der Suche aller Körperteile und fühlt sich zwangsläufig an den oben erwähnten Titel erinnert. Insbesondere bei großen Horden von Dämonen kann es passieren das der Spieler erst einige Zeit benötigt um ausreichend Dämonen zu töten, damit er sich anschließend den Dämonengeneratoren widmen kann. Der teilweise nicht enden wollende Nachschub an Dämonen kann zwar schnell lästig werden, unterstützt aber auch das Sammeln von Erfahrungspunkte, denn für erledigte Gegner und sammelbare Extras erhaltet ihr die virtuelle Punktewährung, die dann in Upgrades und Neuanschaffungen sinnvoll investiert werden können. Binnen weniger Spielabschnitte verwandeln sich die Pistolen mittels der Upgrades schnell in Maschinengewehre, die ihrerseits auch wieder verbessert werden dürfen.

Neben den zahlreichen Erweiterungsmöglichkeiten, die uns sehr positiv aufgefallen sind, bleibt die Kameraeinstellung als größter Kritikpunkt des Spiels. Die Third-Person-Perspektive bremst insbesondere gepaart mit der nicht immer richtig funktionierenden Autofokus-Funktion, die sich z.B. im Schwertkampf gerne mal auf eine Vase oder Säule im Eifer des Gefechts zentriert, massiv den Spielspaß. Trotz der vielen Spielmöglichkeiten (Einzelspieler, Herausforderungs- und Kooperationsmodus) entsteht auf Dauer doch ein gewisser Grad an Routine. Die Vielzahl an ansehlich gestalteten Austragungsorten tröstet nur wenig über diese Feststellung hinweg. Die Levelverbindenden CGI-Szenen und insbesondere die knackigen Machosprüche von Bryce im OT (Englische Sprachausgabe mit Deutschen Untertiteln) sorgen jedoch für den einen oder anderen Lacher und machen so einiges wieder gut.

Fazit:

Meiner Meinung nach hätte “NeverDead” mit der richtigen Kamereinstellung und einer verbesserten Autofokusfunktion noch um einiges interessanter gestaltet werden können. Für viele Action-Fans wird das schnelle und spaßige Gemetzel aber Anreiz genug für eine Anschaffung sein, immerhin bringen die vielfälltigen Erweiterungen häufig frischen Wind ins Gefecht. Eine abgeschlagene Hand kann so mal schnell zur Granate werden – da bekommt der Begriff „Handgranate“ gleich wieder eine ganz neue Bedeutung. Wer sich mit Spielfigur, Geschichte und dem Gemetzel anfreunden kann, darf sich diesen Titel ruhig mal etwas genauer ansehen.

Trailer:

Links:
NeverDead Webseite
NeverDead bei Amazon

Dieser Test wurde durch ein von Konami zur Verfügung gestelltes Testmuster ermöglicht, für welches wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken möchte.

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