3DS: Super Street Fighter IV – 3D Edition im Test

Nach dem nicht nur in Europa sehr erfolgreichen Launch des Nintendo 3DS, ist es wieder an der Zeit für ein kleines Special mit Themenschwerpunkt bei uns. Wir haben für Euch die Launchtitel “Super Street Fighter IV – 3D Edition“, “Pilotwings Resort” und “Nintendogs – Labrador & Friends” aus dem Hause Nintendo gespielt und freuen uns Euch nun alle drei Spiele inkl. unserer gewonnenen Eindrücke vorzustellen. Den Anfang dieser Miniserie macht Capcoms Edelfighter. Wir wünschen viel Spaß mit dem Test und freuen uns auf Euer Feedback.

Schon einmal in meinem Leben verführte mich ein Teil der “Street Fighter” Serie zu einem Systemkauf. Na gut, zugegebenermaßen stand die Anschaffung eines “Super Nintendo Entertainment Systems” schon seit der Ankündigung fest, doch als ich vor knapp 20 Jahren staunend in einem amerikanischen Supermarkt an einer mit “Street Fighter II – The World Warrior” augestatteten Anspielstation vorbei lief, wurde das Vorhaben noch um ein ganzes Stück verstärkt. Ich kam so schnell nicht mehr aus dem Staunen heraus und meine Eltern hatten ihre liebe Mühe mich von der Anspielstation wegzulocken.

Insbesondere das schnell aus dem Hintergrund in den Vordergrund rotierende Logo des Spiels, realisiert mittels einem auf den Namen “Mode 7” getauften Texture-Mapping Modus, der für räumliche Tiefe auf dem liebgewonnenen Super Nintendo sorgte und neben viel Furore oftmals fälschlicherweise als “3D-Effekt” bezeichnet wurde, hinterlies einen bleibenden Eindruck bei mir. Jahre später kündigt sich wieder ein neues Nintendo System mit einem Teil der “Street Fighter” Serie an und von 3D ist auch wieder die Rede – Déjà-vu!

“Man begegnet sich immer zweimal im Leben”

Entsprechend groß war meine Vorfreude, als ich erfuhr das “Super Street Fighter IV – 3D Edition” als Launchtitel erhältlich sein wird. Bereits das sich um die eigene Achse im Nintendo 3DS Menü drehende Logo des Spiels läßt – sofern der 3D-Modus über den Schieberegler an der rechten, oberen Bildschirmseite aktiviert wurde – Großes ahnen. Nach dem Start des Spiels und der Begutachtung des obligatorischen Intros, offeriert ein aufgeräumter Startbildschirm die diversen Spielmodie. Neben dem Arcademodus, stehen die Modi Versus, 3D-Versus, Multiplayer (lokal und Internet), Herausforderung und Training zur Auswahl.

Ich entschied mich für den den Arcademodus, in dem ich nach der Wahl des gewünschten Protagonisten aus einer mit 35 Kämpfern prall gefüllten, aber gewohnt übersichtlichen, Auswahlliste mittels einer kurzen Anime-Sequenz in die Story eingeführt wurde. Das alle enthaltenen Charaktere bereits ab Minute 1 zur Verfügung stehen und nicht erst mühselig freigespielt werden müssen, halte ich für eine sinnvolle Neuerung. Der Titel bietet auch so genug Umfang und Anreiz das Spiel immer wieder für ein paar schnelle Kampfrunden zur Hand zu nehmen, doch dazu später mehr.

“Das Auge spielt mit”

Nachdem ich dank der kurzen, charakterspezifischen Introsequenz genug über die Motivation meines gewählten Kämpfers, sich auf den harten, mit reichlich Kämpfen versehenem, Weg zu machen, erfahren hatte, wurde die für die “Street Fighter” Serie typische Weltkarte präsentiert, auf der mir das erste Mal seit dem Titelbildschirm so richtig der 3D Effekt ins Auge fiel. Die Informationsanzeige auf der Weltkarte, die mich über den zugewiesenen Gegner und seine Lokation informieren soll, schien sich förmlich vom restlichen Inhalt abzuheben. Eine auf den Kontrahenten einstimmende Anime-Sequenz später befinde ich mich endlich in der Arena, die initial für einen vor Staunen weit geöffnetem Mund bei mir sorgt.

Die Abgrenzung der einzelnen Ebenen, die anno 1991 bei Teil 2 mittels des oben beschriebenen “Mode 7” Effekts umgesetzt wurde, wird mir nun wie vermutlich damals von den Entwickeln angedacht präsentiert. Genau so muß mittels eines 3D Effekts erzielte räumliche Tiefe aussehen. Während Ihr Euch auf den im Vordergrund stattfindenden schnellen und taktisch geprägten Kampf  konzentriert, baut Ihr im Eifer des Gefechts automatisch einen “Tunnelblick” auf, über den die räumliche Tiefe der abwechslungsreichen Areale noch besser zur Geltung kommt. Insbesondere in einem abgedunkelten Raum, scheint sich der Bildschirm bereits nach wenigen Sekunden Spielzeit ein ganzes Stück nach hinten zu verlagern. Einige Rezensenten bemängelten die starre Szenarie, in denen beispielsweise herumstehende Zuschauer innerhalb der Kulisse regungslos herumstehen. Hätten die Entwickler auch diese Bereiche mit Bewegung versehen, so hätte ich dies vermutlich als störend, da ablenkend empfunden.

“Here comes a new Challenger”

Die Steuerung geht mittels des Schiebepads bequem und einfach von der Hand. Kombos, die sich im Laufe der Jahre förmlich eingebrannt haben, sind schnell und meist fehlerfrei umgesetzt. Trotzdem war ich kurz geneigt mich auch an der Steuerung mittels Digitalkreuz zu versuchen, wenn schon kein Arcade-Stick zur Verfügung steht. Ein Vorhaben, dass ich bereits nach wenigen Sekunden wieder verwarf, da das weit unten am Gerät platzierte kleine Steuerkreuz und die auf die Platzwahl zurückzuführende Gerätehaltung insbesondere bei längerer Nutzung so manchen Orthopäden in Schockstarre versetzen dürfte. Wer mit den Kombos nicht vertraut ist, sitzt entweder ein paar Runden lang im lehrreichen Übungsmodus nach, in dem alle Moves Schritt für Schritt erklärt und immer wieder durchgespielt werden dürfen, oder greift zu den vier auf dem unteren Touchscreen platzierten großen Buttons, die auf sanften Druck einige Special Moves auslösen.Diese Neuerung, welche sich in den Multiplayereinstellungen für Matchmaking, auch deaktivieren lässt, bringt eine verstärkte taktische Komponente ins Spiel, da jeder Angriff (bzw. jede Angriffsrichtung) mittels einer Konter entschärft oder sogar übertrumpft werden kann.

Wer nur zwei Moves beherrscht und ohne jegliche Taktik einsetzt, geht mit fortschreitender Spieldauer immer schneller K.O. zu Boden. Serienneulinge sind gut beraten, wenn sie  je einen diagonalen, horizontalen und vertikalen Angriff ihres favorisierten Charakters einstudieren. Sitzen diese perfekt, können Euch die vom Gegner mittels des Touchscreens ausgelösten Moves nichts mehr anhaben. Ordentlich platzierte Treffer und Kombos füllen eine am Bildschirmrand angebrachte, in vier Bereiche unterteilte Leiste, die einzeln aufgefüllt jeweils als “Super Combo” oder bei vollständiger Befüllung in eine “Ultra Combo” investiert werden darf.

“Harte Arbeit wird belohnt”

Je mehr Kämpfe Ihr in einer der zahlreichen Modi bestreitet, desto mehr Medaillen, Symbole, Titel und Punkte schaltet Ihr frei. Alle 200 Punkte könnt Ihr an einem Spielzeugautomaten per Zufallsprinzip eine Figur aus einem 500 Figuren starkem Fundus erwerben. Die Figuren sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern können auch als Team zusammengestellt mittels der Nintendo 3DS StreetPass Funktion taktische Kämpfe im Vorbeigehen für Euch bestreiten. Hierbei gilt es im Vorfeld fünf Figuren unterschiedlicher Stärke der Level 1-7 zusammenzustellen.

Der Fairness halber, darf die Levelpunktzahl aller ausgewählten Figuren nicht 20 Levelpunkte in Summe übersteigen. Jeder Figur stehen neben Angriffs- (AT) und Trefferpunkten (TP) auch 300 Attributepunkte zur Verfügung, die taktisch auf Kraft (KR), Verteidigung (VT) und Geschwindigkeit (GE) verteilt werden können. Leider bin ich noch auf keinen StreetPass fähigen Kontrahenten während meiner Reisen mit dem 3DS gestoßen. Was nicht ist, wird aber hoffentlich noch werden, denn das Modul muß für diese Funktion nicht eingelegt sein.

Auch im lokalen oder Internet-gestütztem Multiplayer dürfen die virtuellen Fäuste geschwungen werden. Über das fein konfigurierbare Matchmaking findet sich schnell ein passender Gegner. Über die bestrittenen Kämpfe führt das System mit siner Statistikfunktion Buch, die Euch über die Anzahl der gewonnen und verlorenen Kämpfe peinlich genau informiert. Jeder Erfolg spiegelt sich darüberhinaus auf dem je nach Erfolg stetig wachsendem Punktekonto wider, an dem Ihr schnell erkennen könnt, wen Ihr als Gegner vor Euch habt. Sofern gewünscht und konfiguriert, könnt Ihr Euch auch während des Arcade-Modus für eine schnelle Onlinepartie “stören” lassen. Der laufende Arcade-Kampf wird hierfür pausiert und nach Abschluss des Onlinegefechts wieder aufgenommen.

“Über die Schulter betrachtet”

Wer nach dieser Vielzahl an Wahlmöglichkeiten noch immer nicht genug hat, kann auch einen perspektivischen Wechsel beschreiten. Im 3D-Versus Modus schaut Ihr Euerm Alter Ego während des Kampfs über die Schulter. Eine spaßige Neuerung, die insbesondere mit dem 3D Feature der Konsole besonders schick aussieht. Spielerisch bin ich schnell wieder zum klassischen Vertreter gewechselt, da die für die Taktik notwendige Übersicht bei dieser Perspektive auf der Strecke bleibt.

Positiv:

  • Lang anhaltender Spielspaß, bedingt durch die Vielzahl an Optionen und freispielbaren Extras
  • Gut in Szene gesetzte 3D-Effekte
  • 35 individuelle Kämpfer, die von Anfang an zur Auswahl stehen
  • Flotter und gut funktionierender Multiplayer-Modus

Negativ:

  • Der 3D-Versus Modus ist schön anzusehen, beeinflusst jedoch die taktische Komponente negativ
  • Nur für Spieler, die sich auf die Steuerung mittels Schiebepad einlassen können und wollen

Fazit:

Umfangreicher als “Super Street Fighter IV – 3D Edition” kann ein Launchtitel kaum ausfallen. Auf das Modul wurden einige schöne Neuerungen gepresst, die auch nach vielen Spielstunden immer wieder dazu verleiten den Titel für ein paar Kämpfe einzulegen. Lang anhaltender Spielspaß ist hier vorprogrammiert, schliesslich wollen alle Medaillien, Titel und Grafiken (die im Online-Modus vorgezeigt werden) freigeschaltet werden. Für ausreichende Langzeitmotivation sorgt das Pokémon-Prinzp, bis alle 500 Figuren freigeschaltet wurden, verstreichen wohl einige Stunden.

Wer einen der Vorgänger gespielt hat und mochte, ist mit einem Kauf gut beraten. Wer grundsätzlich auf Beat’em’Ups steht und bereit ist sich in die Steuerung einzuarbeiten wird mit viel Spielspaß und unterhaltsamen Stunden belohnt. Die brillenlose 3D Technik des Nintendo 3DS verleiht der Serie einen schon sehr lange überfälligen neuen Anstrich.

Ich bin Jan, eines der Gesichter hinter KonsolenDealz.de. Zusammen mit Tom habe ich die Seite im Dezember 2009 gestartet und begebe mich seither jeden Tag für euch auf die Suche nach den besten Deals und Schnäppchen rund um unser Lieblingshobby.

3 Comments
  1. […] ersten Test im Rahmen unseres Nintendo 3DS Specials veröffentlicht. Die Serie wird von der “Super Street Fighter IV -- 3D Edition” eröffnet. Unser Artikellayout erhielt darüber hinaus einen weiteren Feinschliff . Wir […]

  2. […] 2: Hardware Test (Games) Killzone 3 (Polyneux) PopCap Hits Vol. 2 (insidegames) Super Street Fighter IV – 3D Edition im Test (Konsolendealz) Swarm Review […]

  3. […] werden kann, solltet Ihr bei diesem Preis nicht lange zögern.Unseren Test des Spiels findet Ihr an dieser Stelle.Super Street Fighter IV: 3D Edition (3DS)Preis:11,82 €£ 9.95Versand:1,18 €£ 0.99Spielsprache: […]

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